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Aus der Chronik von
"St. Bonifatius"

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Leider fehlen uns über die Gründung Hochheims und die Errichtung der ersten Kirche gesicherte Erkenntnisse. Zu der Bezeichnung „heim“ sei bemerkt, dass sie eine Umschreibung für Haus und Wohnstätte ist. Alle auf „heim“ endenden Ortschaftsnamen gehören mit zu den ältesten Niederlassungen in unserem Land. Es gab schon in vorgeschichtlicher Zeit in unmittelbarer Nähe zu Hochheim menschliche Wohnstätten. Darauf verweisen Funde im Steiger, im Dreienbrunnen und auf der Cyriaksburg. Daraus folgt auch die Annahme, dass unser Ort etwa Ende des 9. Jahrhunderts oder Anfang des 10. Jahrhunderts entstanden ist.

Da der Heilige Bonifatius in Erfurt und Umgebung missionarisch tätig war, darf man annehmen, dass unsere Ortschaft schon in den ersten Anfängen ein christliches Dorf war. Die Gründung einer Gemeinde müßte vor 1255 erfolgt sein. Den Status einer Pfarrgemeinde hatte unser Hochheim bis in die neuste Zeit nicht.  Als Außenstation des Erfurter Domes wurde es von dort aus seelsorglich betreut. Schon in frühster Zeit gehörte Hochheim zu den Küchendörfern des Erzbischofs von Mainz - diese Orte hatten für den Mainzer Hof in Erfurt Lebensmittel zu zinsen.

Aus der Chronik kann man entnehmen, dass die Kirche um 1650 von sehr großen Schäden gezeichnet war. Daraus folgte, dass im Jahr 1651 auf dem Kirchturm ein neuer Hahn gesetzt und die Kirche insgesamt restauriert wurde.   1656 konnte sie dann durch Weihbischof Berthold Niehus neu geweiht werden. Weil sich der Bau aber als zu klein erwies, wurde 1729 mit einer Erweiterung der Kirche begonnen. Dieser Umbau erstreckte sich auf zwei Jahre. Am Dreifaltigkeitssonntag 1731 wurde die erweiterte und restaurierte Kirche durch den Erfurter Weihbischof Christoph Ignatius von Gudenus konsekriert.  Der 1720 erbaute Turm wurde schon bald wieder baufällig. 1754 wurde er abgetragen, und es entstand ein neuer Kirchturm in der Form, die uns bis zum heutigen Tag vertraut ist. Die Baukosten für den Turm betrugen in der damaligen Währung 1084 Taler, 19 Groschen und 10,5 Pfennig.  Es ist vermerkt, dass im Jahr 1787 die Kirche durch den Maler Lambert Stöhr ausgemalt wurde.

Eigenständige Pfarrei wurde Hochheim 1737 - ihr erster Pfarrer war, der aus dem Eichsfeld stammende Johannes Heinrich Franke. Wie groß die damalige Gemeinde war, zeigt ein kurzer Blick auf die Einwohnerzahlen: 1720 waren es 366, 1793: 388; erst im 19. Jh. Kommt es zu einer Steigerung der Einwohnerzahlen. 1855 hat die Gemeinde 566, 1872 hat sie 867 und im Jahr 1897 sind es bereits 1316 Einwohner.  Pfarrer in Hochheim waren: 1844-1993 Karl Luis Meusel, Karl Christiani, der 1903 unseren katholischen Kindergarten gründete, bis 1908, Georg Reymann bis 1945. Im Jahr 1945 wurde die Pfarrgemeinde „St. Bonifatius“ von der Gesellschaft Jesu übernommen. Jesuitenpfarrer waren bis 1947 Pater Heinrich Graf, bis 1955 Pater Hermann Jäger, bis 1964 Pater Stanislaus Nauke. Pater Josef Müldner, der auch für den Umbau der Kirche in den Jahren 1970-71 Verantwortung trug, war Pfarrer bis 1978.  Pater Josef Ullrich war bis 1991 als Seelsorger tätig. In seiner Zeit wurde 1986 die neue Orgel gebaut. Ihm folgte Pater Heinz Brokof. Er war Pfarrer bis 1996. Als letzter Jesuitenpater wirkte Pater Ansgar Pohlmann bis 2001. In diesem Jahr    musste die Niederlassung der Gesellschaft Jesu in Erfurt-Hochheim aufgelöst werden. Unvergesslich bleibt der segensreiche Dienst so vieler Jesuiten. An dieser Stelle soll auch in dankbarer Würdigung für die Gemeinde- und Kindergartenarbeit der Grauen Schwester von der Heiligen Elisabeth gedacht werden, die von 1903-1977 in Hochheim  vorbildhaftes Glaubenszeugnis gegeben haben. Es bleibt auch stellvertretend für viele engagierte Christen mit großer Ehrfurcht zu erwähnen, mit welcher Hingabe der erblindete Herr Josef Klein und seine Ehefrau Maria im Dienst unserer Gemeinde standen.


 

 

Frau Klein konnte zu ihrem 90. Geburtstag am 02.01.2004 mit der höchsten Auszeichnung des Bistums Erfurt, der Elisabethmedaille, geehrt werden.

Frau Klein

Bischof Dr. Joachim Wanke berief im August 2001 Gert Schellhorn als neuen Pfarrer der Pfarrgemeinde „St. Bonifatius“.

Erwähnenswert ist die Umgestaltung der Kirche in den Jahren 1970-71. Nach dem sich große Schäden im Mauerwerk zeigten, kam es zu umfangreichen Sicherungsarbeiten. Dabei wurde der Innenraum der Kirche nach den Vorgaben des II. Vatikanischen Konzils neu gestaltet. Die Kirche verlor ihre barocke Ausgestaltung. Leitender Architekt war Herr Erwin Gramse. Der Thüringer Künstler Werner Schubert – Deister aus Friedrichroda war federführend bei der Innenraumgestaltung. So schuf er die Kreuzwegstationen. Er selbst hat mit seinen Kreuzwegtafeln  dem Gotteshaus einen Namen gegeben: „Kirche zum heiligen Kreuzweg“. Auch der Reliefsockel an der Chorwand, der auf das himmlische Jerusalem hindeutet ist ein Werk von Werner-Schubert Deister. Am 22. Juni 1971 wurde der Altar durch Bischof Hugo Aufderbeck konsekriert. Ein besonderes Kleinod in unserer Gemeinde  ist die Marienkapelle von 1774 mit dem aus dem Jahre 1500 stammenden Gnadenbild. Viele Beter finden sich hier ein; nicht nur in den Monaten Mai und Oktober. Seit 2002 findet immer am 2. Juli - dem Fest Maria Heimsuchung - eine Wallfahrt der Senioren und Menschen mit Behinderungen statt. Der Gottesdienst wird dann vor der Kapelle gefeiert.  

Mit dem Weggang der Jesuiten wurde eine Neustrukturierung auch im Gebäude- und technischen Bereich notwendig. Konzentration auf das wirklich Notwendige  heißt nun die Devise.  Zur Pfarrgemeinde „St. Bonifatius“ gehören als Filialen  „St. Elisabeth“, Bischleben-Stedten mit ca. 250 Katholiken und „St. Raphael“ Neudietendorf. Hier konnte die Kapelle im Jahr 2005 völlig neu gestaltet werden und bietet den gut 300 Katholiken  eine würdige Heimstätte der Gottesverehrung. Mit dem Jahr 2005 wurde die ehemalige Seelsorgestelle „St. Marien“ in Alach aufgelöst und in unsere Pfarrgemeinde incorporiert. Damit beträgt die Katholikenzahl unserer Pfarrei in Hochheim fast 900.

Am 02. Dezember 2006 konnten die 3 neuen Bronzeglocken von der Karlsruher Firma Bachert zum 1. Mal zusammen mit der Bronzeglocke aus dem Jahr 1928 ihren wunderbaren Klang im Vierergeläut entfalten  und das „Salve regina“ - Motiv anstimmen. Bevor die Glocken im neuen Holzglockenstuhl des Kirchturmes ihren Platz fanden wurden sie von Weihbischof H. R. Koch geweiht.
Die Namen der Glocken und weitere Angaben finden sich im Bereich Kirchenführung.

Haus

Am 07. Mai 2007 konnte nach einer intensiven Planungsphase die Bautätigkeit  beginnen und die Baugrube für das neue Gemeindehaus „St. Elisabeth“ ausgehoben werden. Schon am 25. Juli 2007 wurde das Richtfest gefeiert. Am 6. April 2008 schließlich, also nach 1jähriger Bauzeit weihte der Erfurter Generalvikar Dr. Georg Jelich das neue Haus. Mit dem neuen Gemeindehaus sind architektonisch überzeugend das sanierte ehemalige Küsterhaus mit seinem Fachwerk und der  Neubau zusammengeführt worden – komplettiert mit einer technisch ausgereiften Ausstattung.  Bilder finden sich im Bereich Gemeindehaus „St. Elisabeth“.

In den nachfolgenden Jahren kam es zu weiteren Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Kirchenaußenbereich. Zunächst wurden die Geh- und Zuwege erneuert; die Barockhaube des Turmes samt „Laterne“ konnte neu verschiefert werden, und das Kirchenschiff mit dem Kirchturm erhielten einen neuen Farbanstrich! In diesem Zusammenhang wurden auch der Turmknopf mit dem dazugehörigen Kreuz und die Bonifatiuswetterfahne vergoldet. Später sind die Kirchenmauer mit den historischen Grabsteinen steinsaniert worden, ebenso der außenstehende barocke Taufstein und der Bonifatiusbildstock. Den Abschluss bildete im Jahr 2013 eine landschaftsgärtnerische Neugestaltung des Kirchengeländes!

Pfarrer Gert Schellhorn

 

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